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Urteil des AG Köln vom 10.06.2020, Az.: 262 C 172/19

Die Haftpflichtversicherer kürzen nach wie vor nach einem fremdverschuldeten Unfall die grundsätzlich erstattungsfähigen Kosten eines Sachverständigengutachtens.

In dem vorliegenden Fall hat die Versicherung des Schädigers die Erstattung der Gutachterkosten in vollem Umfang mit der Begründung verweigert, dass das durch den Geschädigten eingeholte Sachverständigengutachten unbrauchbar sei.

Begründet wurde dieser Einwand lediglich mit einem von der Versicherung eingeholten Gegengutachten, welches zu anderen Ergebnissen bezüglich der ermittelten Reparaturkosten und des Wiederbeschaffungswertes kam.

Mit dem von der Kanzlei Kröger & Rehmann erstrittenen Urteil vom 10.06.2020 hat das Amtsgericht Köln, Az.: 262 C 172/19, die Versicherung zur Erstattung der Gutachterkosten in vollem Umfang mit der Begründung verurteilt, dass es dahinstehen könne, welche der ermittelten Werte zutreffend und welche unzutreffend sind. Weiter führt das Gericht aus, dass der Einwand des Vorliegens eines angeblich unbrauchbaren Gutachtens nur dann erheblich sei, wenn der Geschädigte entweder ein Auswahlverschulden in Bezug auf den beauftragten Gutachter träfe oder aber er durch eigenes Fehlverhalten, also aufgrund eigenen Verschuldens, (z. B. aufgrund falscher Angabe dem Sachverständigen gegenüber) selbst zur Erstellung eines unrichtigen Gutachtens beigetragen hätte. Für keine der beiden genannten Voraussetzungen lagen entsprechende Anhaltspunkte vor, so dass der Klage in vollem Umfang stattgegeben wurde.

Daniel RadixRechtsanwalt und Notar
DANIEL RADIX
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